Swami Veṅkaṭeśānanda

Swami Veṅkaṭeśānanda
(29.12.1921-2.12.1982)

„Das Geheimnis von Yoga liegt in seiner Schlichtheit.“

Unsere Yoga-Schule folgt der Traditionslinie von Swami Veṅkaṭeśānanda,einem direkten Schüler von Swami Śivānanda.
Anders als andere Schüler von Swami Śivānanda lehnte er es stets ab, einen eigenen Ashram zu leiten oder eine Organisation aufzubauen.
Seinen offiziellen Wohnsitz hatte er auf Mauritius, er selbst blieb aber immer ein Wandermönch, der überall zu Hause ist.
Diese unbequeme Freiheit wird in seiner einzigartigen, unkonventionellen und höchst undogmatischen Lehrweise deutlich.
Swami Veṅkaṭeśānanda erläutert die wichtigsten Yoga-Schriften auf intelligente, tiefsinnige, lebendige, humorvolle und zutiefst menschliche Weise.
Das habe ich bei keinem anderen Lehrer gefunden.
Zuerst begegnet ist mir Swami Veṅkaṭeśānanda in seinen außergewöhnlichen Schriften, und dann in seinem außergewöhnlichen Schüler, Friedrich Schulz-Raffelt, der mir den Auftrag gab, die von Friedrich gegründete und von Swami Veṅkaṭeśānanda eingeweihte und benannte Śivānanda-Yoga-Vedānta weiterzuführen.
Die ursprüngliche Yoga-Tradition der Upanischaden, auf der unser Vedānta-Weg beruht, stellt klar heraus, dass es nur eine Wirklichkeit gibt, doch alle Suchenden ihren eigenen Weg gehen müssen (und dürfen!), um zur befreienden Erkenntnis dieser Wirklichkeit zu gelangen.
Auf diesem Weg, der keine Gefolgsamkeit verlangt, sondern den kühnen Mut zu eigenem Entdecken, Erleben und Erfahren ist Swami Veṅkaṭeśānanda ein sicherer Begleiter.

Barbara Franz, Januar 2018

Hier eine Auswahl seiner ins Deutsche übersetzten Schriften:

Der Yoga der Bhagavad Gītā:

Im Zwiegespräch mit Krishna (überarb. 2017) – Einleitung zu „Gesang Gottes. Die Bhagavad Gītā für jeden Tag des Jahres“.
Dialogue with Krishna. Introduction to Song of God. Bhagavad Gita Daily Readings. 4th ed. 1984.
Krishna lehrt Arjuna den Yoga im vertrauensvollen Zwiegespräch unter Freunden, von Herz zu Herz. An dieser Nähe lässt uns Swami Veṅkaṭeśānanda in dieser Einleitung zu „Gesang Gottes“ teilhaben, in der er den Yoga-Weg der Bhagavad Gītā zusammenfasst und erläutert. Suchende finden hier Antwort auf die grundlegende Frage: Wie können wir in dieser Welt in Frieden leben?

Die Weisheit der Bhagavad Gita
Springs of Action. The Wisdom of the Bhagavad Gita.CYT WA, 1975.
„Das kosmische Sein ist Bewusst­sein – das ist die Wahrheit. Darauf beruht dein ganzer Yoga und falls man behaupten darf, dass Yoga ein Ziel, einen Zweck hat, dann ist es, dies unmittelbar zu erkennen.“
Undogmatisch und lebensnah zeigt Swami Veṅkaṭeśānanda, wie das in der Meditation und im Alltag möglich wird.

Über das dritte Kapitel der Bhagavad Gītā:
Natürlich Handeln
Natural Action. Talks on the 3rd Chapter of the Bhagavad Gita. CYT WA, 1978.
„Die Bhagavad Gītā hat eine unmittelbare Bedeutung für dich und mich, weil es darin um das grundlegende Problem geht, das jedem von uns in unserem eigenen Leben begegnet – das Problem menschlicher Beziehungen, das Problem des Handelns, das Problem des Lebens selbst.“ Wie können wir entscheiden, was in einer Situation das Richtige ist?

Über das dreizehnte Kapitel der Bhagavad Gītā:
Feldforschung
The Mine Field. Talks on the 13th Chapter of the Bhagavad Gita: The Field and the Knower of the Field … CYT WA, 1979.
„Dieser Körper, o Arjuna, wird das Feld genannt; wer es kennt, wird von denen, die davon wissen, also von den Weisen, der Kenner des Feldes ge­nannt“, so beginnt das 13. Kapitel der Bhagavad Gītā über „das Feld und den Kenner des Feldes“. Weil in allen Feldern dasselbe wirkt, ist mein Körper der nächstliegende Ort, an dem die Wirklichkeit erfahrbar wird.
Swami Veṅkaṭeśānanda erläutert auf alltagsnahe und humorvolle Weise, wie wir eigenes Erleben zu „Feldforschung“ nutzen können. Dann wird das explosive „Minenfeld“ der Persönlichkeit zum fruchtbaren Boden der Yoga-Erfahrung.

Yoga Vāsiṣṭha:

Vielfalt in Einheit
Multiple Reflections. 1988.

Yoga leben:

Christus, Krishna und Du
Christ, Krishna and You.

Die Göttin und die Dämonen
The Cosmic Danse. CYT, Rose Hill/Mauritius, 1092.
Das Devī Māhātmyam erzählt vom Sieg der Göttin über die Dämonen.
Die alte indische Legende wird sehr aktuell, sobald wir erkennen, dass die „Dämonen“, das Böse, das uns angreift und uns zu vernichten droht, nur der Ausdruck unserer eigenen Unwissenheit ist. In dieser Einsicht siegt die Göttin auch in uns!

Die englischsprachigen Originale der hier übersetzten Texte – und viel

mehr von und über Swami Veṅkaṭeśānanda

finden Sie auf diesen Seiten:

Swami Venkatesananda – Umfassende Sammlung von Schriften, Fotos, Audio- und Videoaufnahmen von Swami Veṅkaṭeśānanda, zusammengestellt vom Chiltern Yoga Trust Westaustralien, der die Rechte an den meisten Schriften von Swami Veṅkaṭeśānanda hält und verwaltet – danke für die Genehmigung zur Veröffentlichung der deutschen Übersetzungen!

Venkatesa Library – Bibliographie der Schriften von und über Swami Veṅkaṭeśānanda in Englisch, Deutsch und weiteren Sprachen, Texte und Fotos, Linksammlung zusammengestellt von Sadaśiva, dem „inoffiziellen Bibliographen“ von Swami Veṅkaṭeśānanda, Bangkok – danke für die Anregung zur deutschen „Venkateśa-Bibliothek“ und freundschaftliche Unterstützung!

Venkatesaya – Schriften in Englisch und zum Teil in Niederländisch, in frischem und klarem Design, mit inspirierenden Zufallszitaten auf der Startseite. Ein weiteres Highlight ist der Film „Through the Corner of His Eyes„, der 1982 über Swami Veṅkaṭeśānanda aufgenommen wurde. Danke an den belgischen Veṅkaṭeśa für gute Zusammenarbeit!

Śrī Friedrich Schulz-Raffelt: Begegnung mit Swami Veṅkaṭeśānanda

Swami Veṅkaṭeśānanda lernte ich 1970 kennen, als er – wie in den folgenden acht Jahren – auf Einladung des BDY (damals: Berufsverband deutscher Yogalehrer) zu einem zweiwöchigen Weiterbildungsseminar nach Deutschland kam. Die Seminare mit ihm waren mitreißend und wie Swamiji selbst von einem besonderen Charme. Er lehrte den Integralen Yoga nach Swami Śivānanda, der praktische Übungen (āsana, prāṇāyāma und Meditation) mit den Yogawegen der Bhagavad Gītā verbindet.

Ich hatte das Glück, Swami Veṅkaṭeśānanda bis zu seinem mahāsamadhi 1982 häufig zu begegnen. Er war es, der 1974 die Räume meiner BDY-Schule eröffnet und ihr 1980 den Namen „Śivānanda-Yoga-Vedānta“ verliehen hat.

Swami Veṅkaṭeśānanda war ein begnadeter Vermittler der klassischen Philosophie des Vedānta, weil er mit beiden Kulturen, der indischen und der westlichen, sehr vertraut war. Er hat die wichtigsten Schriften des Vedānta – den Yoga Vāsiṣṭha, die Bhagavad Gītā, die Yoga Sūtras des Patañjali – ins Englische übersetzt, zum Teil in gekürzten Fassungen, die diese Texte auch westlichen Lesern leicht zugänglich machen. Ein Teil dieser Schriften wurde bereits von meiner Schwester Anne Schulz (Swami Krishnananda) ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht. Barbara Franz setzt diese Arbeit nun fort.

(Aus: Im Zwiegespräch mit Krishna, 2012)

Mehr über Swami Veṅkaṭeśānanda und Śrī Friedrich Schulz-Raffelt finden Sie in Artikeln des Deutschen Yoga-Forums.